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Mücken



Mücken gehören zu den Zweiflüglern (Diptera). Sie besitzen nur ein Flügelpaar. Es gibt viele verschiedene Arten, zu ihnen gehören Stechmücken und nicht stechende Arten. Zu den im Bereich von Quellen vorkommenden Arten, deren Larven sich in Quellen und Quellbächen entwickeln gehören: (v. links nach rechts, Wiedergabe nicht maßstabsgerecht): 1. Reihe: Tastermücke (Dixa), Stelzmücke (Dicranota), Dunkelmücke (Thaumalea sp.), Schnake (Tipula), 2. Reihe: Waffenfliege, Schmetterlingsmücke (Tonoirella), Kriebelmücke (Simullium sp.). Auch Zuckmückenlarven kommen in Quellbächen vor.


In Quellen sind die Larven verschiedener Mückenarten zu finden, meist sind sie sehr klein. Die Larven von Schnaken und Stelzmücken können jedoch recht groß werden. Auf dem Foto rechts sind die Larve einer Stelzmücke (orangener Pfeil) und einer Schnake (blauer Pfeil) zu sehen, die im Falllaub in einer Quelle bei Birken gefunden wurden. Die Pfeile weisen jeweils auf das Hinterende der Tiere. Die Atemöffnungen (Stigmen) sind als dunkle Punkte zu erkennen. Der Körper der Stelzmückenlarve ist besonders durchscheinend, so dass man die silbrigglänzenden Luftröhren (Tracheen) erkennen kann.

Quell-Schmetterlingsmücke

Die Larve der Quell-Schmetterlingsmücke Tonnoiriella pulchra lebt in dem dünnen Wasserfilm auf Moosen und Steinen. Die fächerförmigen Anhänge verhindern, dass Wasser in ihre Atemöffnungen gerät.

Schmetterlingsmücken sind relativ kleine Mücken, die ihre Flügel dachartig zusammenlegen können. Die Flügel sind meist stark behaart. In Deutschland kommen ca. 150 Arten von Schmetterlingsmücken vor.



Foto: H.Schindler


Zeichnung: C. Faltermayr


Eine (nicht näher bestimmte) Schmetterlingsmücke auf einem Blatt.

Schnaken

Die bis zu 8 cm lange Larve der Riesenschnake Tipula maxima kommt in Quellbächen vor. Sie atmet, indem sie die 2 Atemöffnungen am Körperende zur Wasseroberfläche streckt und die 6 sie umgebenden Fortsätze auseinanderspreizt, so dass kein Wasser in die Atemöffnungen geraten kann. Beim Abtauchen nimmt sie ein Luftblase mit. Das Hinterende der Larve sieht mit den Atemöffnungen wie ein Gesicht aus, das Vorderende ist unscheinbar, so dass man es für das Hinterende halten kann. Die Larve ernährt sich von totem organischen Material wie Falllaub und häutet sich dreimal. Zur Verpuppung gräbt sie einen vertikalen Gang am Ufer.

Die Schnake fliegt von Mai bis Juli vor allem in der Abenddämmerung. Sie ist sehr groß. Die Flügelspannweite beträgt bis zu 6,5 cm, die Körperlänge bis zu 4 cm. Die Flügel haben am Vorderrand drei auffällige langgezogene Flecken. Die Schnake nimmt als Nahrung Flüssigkeiten wie Nektar zu sich. Die Mundwerkzeuge sind zum Stechen und Saugen nicht geeignet. Das Weibchen legt seine Eier mit einem Legestachel in den feuchten Boden.



Larve der Riesenschnake


Erwachsene Riesenschnake


Foto eines Riesenschnaken - Pärchens, das auf einem Blatt des gefleckten Aronstabs sitzt. Das größere Tier ist das Weibchen. Die typischen dunklen Flecken auf den Flügeln sind deutlich zu erkennen. Fotos: SG

Dunkelmücke

Dunkelmücken (Thaumalea sp.) sind kleine nicht-stechende Mücken. Sie haben kurze Antennen. Die Larven halten sich nur in Quellen auf, dicht an der Wasseroberfläche. Sie kommen typischerweise in den Wasserhäutchen auf der Oberfläche von überrieselten Felsen und Steinen vor, sie gehören also zur Fauna hygropetrica. Sie beweiden z.B. den Bewuchs auf Steinen.





Larve (links u. Mitte) und Imago einer Dunkelmücke. (Foto: Schindler, Zeichnungen: C. Faltermayr)

Zuckmücken

Zuckmücken gehören zu einer sehr artenreichen Familie (Chironomidae). Ihre Mundwerkzeuge sind zum Stechen und Saugen nicht geeignet. Die wurmförmigen, langestreckten Larven finden sich in vielen Gewässern. Sie bauen sich oft eine Hülle aus einem Sekret.



Die gebogene Röhre ist die Hülle einer Zuckmückenlarve.


In einem Quelltümpel sieht man die Röhren von Chironomidenlarven als kleine Türmchen aus dem schlammigen Untergrund ragen.


Zuckmücke (nicht näher bestimmt) auf einem Blatt.

Tastermücken

Tastermücken sind kleine, langbeinige, nicht stechende Mücken (Familie Dixidae). Die im Wasser lebenden Larven nehmen oft eine typische, U-förmige Haltung ein. Sie atmen Luft und hängen sich dazu mit ihrem Hinterleib an das Oberflächenhäutchen des Wassers.





Larve (links und Mitte) und Imago (erwachsenes Tier) einer Tastermücke (Dixa sp.). Die Larve auf dem Foto ist ca. 2mm lang. (Foto:SG, Zeichnungnen: C. Faltermayr)

Kriebelmücken (Simulium)

Kriebelmücken sind kleine Mücken, die etwas bucklig aussehen.

Die Larven tragen einen Haarkranz am Hinterende, mit dessen Hilfe sie sich festhaken können. Oft findet man in Bächen mehrere Kriebelmückenlarven auf dem Untergrund festgeheftet und mit ihrem Körper an der Strömung ausgerichtet. Die Vorderenden sind etwas verdickt. Die Larven ernähren sich von Kleinstpartikeln im Wasser (Detritus).

Die Weibchen der Kriebelmücken sind bei fast allen Arten nicht nur Nektar- sondern auch Blutsauger bei Vögeln und Säugetieren. Dabei beißen sie eine kleine Wunde in die Haut und lecken dann das Blut auf.



Kriebelmücke (Zeichnung: C. Faltermayr)


Kriebelmücken (nicht näher bestimmt) auf Milzkraut (Foto: SG)


Kriebelmückenlarve (Zeichnung: C. Faltermayr)


Kriebelmückenlarven (Pfeil) in einem Quellbach (Foto: M. Eiden-Steinhoff)





Das Projekt "Wasserläufer" wird vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums über das Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert. Denn der Schutz für typische natürliche Gewässerlebensräume in unserer Region ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Biologischen Vielfalt. Informationen über das Bundesprogramm finden sich unter www.biologischevielfalt.de




Mit Unterstützung durch das Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz (MULEWF)



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