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Die Stellen, an denen das Grundwasser an die Erdoberfläche tritt, sind oft kleinräumig. Der Querschnitt des Quellwasserausstritts umfasst  bei Sturzquellen nur wenige Quadratzentimeter, bei Sickerquellen können es viele Quadratmeter sein. Um den Quellwasseraustritt herum sind die Bedingungen normalerweise recht konstant, da die austretende Wassermenge sich nur langsam ändert. Es gibt Bereiche, die ständig von Wasser überschwemmt werden, andere Bereiche bekommen nur Spritzer ab, diese halten sie aber dauerhaft feucht. Entsprechend der Nähe zum Quellwasseraustritt und den besonderen Bedingungen bestehen um den Quellaustritt unterschiedliche Kleinlebensräume, die von verschiedenen Pflanzen- und Tiergesellschaften besiedelt sind. Dies gilt für den idealen Fall, wenn das Umfeld der Quelle nicht durch menschliche Aktivitäten beeinträchtgt ist.



Kleinlebensräume an einer Sturzquelle. In den fettgedruckten Bereichen kommen Quellspezialisten vor.

Grundwasseraustritt

Dort, wo das Grundwasser an die Oberfläche tritt, kann es Tiere enthalten, die sich normalerweise nur im Untergrund im Wasser aufhalten, wie zum Beispiel den Höhlenflohkrebs oder die Höhlenassel. Manche dieser Tiere, wie z.B. der Höhlenflohkrebs, können sogar zwischen Grundwasser und Oberflächenwasser hin- und herwandern. Die augenlosen Grundwassertiere sind oft durch Pigmentlosigkeit gekennzeichnet und erscheinen weiß. Zu der Grundwasserfauna gehören neben Höhlenflohkrebs (Niphargus) und Höhlenassel auch Hüpferlinge, Muschelkrebse und Höhlenstrudelwürmer.

Das austretende Grundwasser ist zunächst sauerstoffarm, reichert sich dann jedoch rasch mit Sauerstoff an.

Überrieselter Fels

Das den Fels Quellwasser überrieselnde Quellwasser strömt in der Regel recht stark, so dass sich hier keine ausgedehnten Pflanzenpolster entwickeln.

An Tieren (Fauna hygropetrica) finden sich in diesen Bereichen (oft auch in überflossenem Falllaub): Dunkelmückenlarven (Thaumalea) und Köcherfliegenlarven (z.B. Ernodes articularis, Beraea, Crunoecia).

Wasser-Land Übergang

Der Boden im Umfeld von Quelle und Quellbach ist von Wasser durchtränkt und bietet entsprechend einen Lebensraum, der sich vom Wasserlebensraum und von Landlebensraum unterscheidet. Im Tierreich finden nur wenige Arten ihre Nische im Land-Wasser Übergang.

Grenzfauna Wasser-Land:
Mückenlarven (Pedicia rivosa),
Schnakenlarven (Tipula)

wasserliebende Landfauna:
Schnecken,
Springschwänze,
wenige Köcherfliegenlarven (z.B. Enoycila pusilla)

Nur einige Spezialisten unter den Pflanzen vertragen es, dauerhaft mit den Wurzeln im Wasser zu stehen.


Quellbach

Die Eigenschaften des Quellbachs, die sich hauptsächlich auf die Besiedlung auswirken, sind Wassermenge, Fließgeschwindigkeit des Wassers und Substrat des Bachbodens.

Befindet sich gröberes Substrat im Bachbett, wie zum Beispiel Kies oder größere Steine, gibt es auch Bereiche, in denen die Wasserströmung geringer ist.

Im Quellbach findet sich auch typischerweise das Falllaub von Laubbäumen. Von Bachflohkrebsen wird es zerkleinert, daneben dient es aber z. B. Köcherfliegen auch als Baumaterial für ihre Köcher und anderen Tieren als Versteckmöglichkeit.

Typische Lebewesen im Quellbach (aquatische Quellfauna).

Quellschnecke (Bythinella),
Hakenkäfer (Elmis latreillei),
Köcherfliegenlarven (z.B. Rhyacophila laevis, Parachiona picicornis, Potamophylax nigricornis),
Strudelwurm (Crenobia alpina),
Schwimmkäfer (Agabus guttatus),
Kriebelmückenlarve (Simulium crenobium),
Erbsenmuschel (Pisidium personatum)

Die Tiere halten sich meist in Regionen des Quellbachs auf, wo sie nicht so leicht durch die Strömung fortgerissen werden.





Das Projekt "Wasserläufer" wird vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums über das Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert. Denn der Schutz für typische natürliche Gewässerlebensräume in unserer Region ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Biologischen Vielfalt. Informationen über das Bundesprogramm finden sich unter www.biologischevielfalt.de




Mit Unterstützung durch das Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz (MULEWF)



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