BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Ästhetik der Natur


Wir Menschen sind selbst auch Teil der Natur und können uns einem Verständnis der natürlichen Zusammenhänge über unser Gefühl oder über unseren Verstand nähern.

Unbeeinträchtige natürliche Landschaften empfinden zum Beispiel die meisten von uns als sehr schön. Schönheit bedeutet hierbei sehr viel mehr als rein optische Schönheit: wir fühlen uns wohl.

Der Erhalt der Biologischen Vielfalt bedeutet auch Erhalt dieser Schönheit. Die ganze Schönheit erfahren wir aber erst bei genauerem Hinschauen. Das Wasserläuferprojekt gibt einen Einblick in die faszinierende Lebenswelt an Quellen.

Biologische Vielfalt

Unter dem Begriff Biodiversität, englisch: Biological Diversity = Biodiversity (Biologische Vielfalt), versteht man nach der Konvention zur Biologischen Vielfalt (CBD, Convention on Biological Diversity, ein internationales Abkommen aus dem Jahr 1992):

also die Vielfalt der belebten Natur auf der Erde. Der Schutz der Biodiversität ist also ein zentraler Aspekt des Naturschutzes.

Die Bundesrepublik Deutschland hat als Unterzeichnerin der Konvention im Jahr 2007 eine nationale Strategie zu Erhalt der Biologischen Vielfalt (NBS, Nationale Biodiversitätsstrategie) verabschiedet. Über das Bundesprogramm Biologische Vielfalt werden Maßnahmen und Projekte gefördert. Auch das Wasserläuferprojekt ist Teil dieses Programms.

Das Wasserläuferprojekt befasst sich mit dem Schutz von Quellen und Bachoberläufen in Rheinland-Pfalz. Denn diese Gewässer sind ein wichtiger Bestandteil der Biologischen Vielfalt in unseren Regionen, da sie besondere Lebensräume bieten, die sich von denen an anderen Gewässern wie Bächen, Flüssen und Seen unterscheiden.

Biologische Vielfalt erhalten und fördern

Die Biologische Vielfalt nimmt, bedingt durch die Veränderungen, die menschliche Aktivitäten auf dem Globus bewirken, weltweit mit vergleichsweise großer Geschwindigkeit ab.

Viele verschiedene Faktoren zerstören oder verändern die Lebensräume der Tiere und Pflanzen und machen sie dadurch für diese Arten unbewohnbar. Das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten ist ein unwiederbringlicher Verlust.

Der Verlust von Lebensräumen bedeutet nicht nur für die speziell angepassten Tier- und Pflanzenarten das Ende, sondern hat darüber hinaus noch weitreichendere Folgen: Für die gesamte Biosphäre wichtige Ökosystemdienstleistungen werden nicht mehr erbracht. Deutlich wird dies zum Beispiel an den Auswirkungen des Abholzens von tropischem Regenwald oder des Trockenlegens von Mooren, die sich auf das Klima auswirken. Aber auch weniger spektakuläre Lebensräume erfüllen ihre wichtigen Beiträge zum Ganzen - wobei ein Großteil der Zusammenhänge noch gar nicht erforscht ist.

Tier- oder Pflanzenarten sind aufgrund ihrer genetischen Ausstattung einzigartig. Die Individuen einer Art haben jedoch nie ganz genau die gleichen Gene. Es ist wichtig, dass es von einer Art immer genügend Individuen gibt, damit eine ganze Bandbreite der genetischen Ausstattung vorhanden ist. Nur so kann die Art auf Dauer überleben. Wird zum Beispiel immer mehr Wald zerstört, reicht der übriggebliebene Wald möglicherweise nicht mehr aus, um eine genügend große Anzahl von Individuen einer Art zu beherbergen. Dann wird diese Art aussterben, auch wenn der Lebensraum nicht gänzlich vernichtet ist.

Für den Erhalt der Biologischen Vielfalt ist es also wichtig, dass überall, wo es möglich ist, natürliche Lebensräume erhalten bleiben und Beeinträchtigungen von natürlichen Lebensräumen wo immer möglich verringert werden.

Im Wasserläuferprojekt wollen wir dies für die Lebensräume an Quellen in Rheinland-Pfalz umsetzen. Jeder kann mitmachen!

Quelle: http://wildbach.bund-rlp.de/biologische_vielfalt/