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Bemooste Felsen um einen Quellaustritt. Foto: SG

Die feuchten und nassen Bereiche um einen Quellaustritt bieten für Moose ideale Wachstumsbedingungen. Man findet hier sowohl Laub- als auch Lebermoose.

Moose können auf einem Untergrund ohne Erde wie z.B. Fels wachsen, deshalb gehören sie zu den Pionieren bei der Besiedlung von Standorten.



Das gewöhnliche Quellmoos Fontinalis antipyretica zeichnet sich, wenn es in stark überströmten Bereichen wächst, durch eine besondere Reißfestigkeit aus. Es wächst unter Wasser.



Fotos:SG


Das kurze (meist 1 - 6 cm lange) Quellmoos Philonotis fontana, ein Laubmoos, kommt in Quellfluren vor. Es wächst vorwiegend in wenig verschmutztem, kalkarmen Wasser in sonniger, lichter Lage. Auf dem Foto ist es mit dem gegenblättrigen Milzkraut vergesellschaftet.

Das verwandte Moos Philonotis calcarea trägt zur Kalksinterbildung bei.



Zeichnung: C. Faltermayr, Foto: HS


Kalksintermoose

Typische Moosarten kalkreicher Quellen, die die Sinterbildung unterstützen, sind das Quellmoos (Philonotis calcarea) und das Starknervmoos (Cratoneuron commutatum), beide gehören zu den Laubmoosen. Die Ausprägung der Sinterterrassen erfolgt sehr langsam über lange Zeiträume. Die besonders angepassten Moose tragen zur biogenen Kalksinterbildung (auch Kalktuff genannt) bei, da sie dem Wasser Kohlendioxid für ihre Photosynthese entziehen. Dadurch fällt aus dem Quellwasser Kalk (CaCO3) aus, das die Unterlage und auch die Moose selbst überkrustet. Die Moose wachsen schnell genug, um der Überkrustung zu "entkommen". Die durch die Ablagerungen entstehende Kalkkruste ist porös, weil die überkrusteten Teile der Moose absterben.

Kalktuffquellen (= Kalksinterquellen) sind sogenannte "prioritäre Lebensräume" nach der FFH-Richtlinie, d.h. hier besteht ein besonderer Schutzauftrag.




links: Kalksinterquelle mit überrieseltem Moos, rechts: Kalksintermoos Cratoneuron. Der Pfeil zeigt auf mit Kalkablagerungen überkrustetes Moos. (Fotos: HS, SG)

Torfmoose (Sphagnum) kommen in nährstoffarmen, meist sauren Feuchtgebieten vor. Man erkennt sie leicht an den edelweißartigen Köpfchen. Torfmoose besitzen sogenannte Wasserzellen, mit deren Hilfe sie das 15 - 30fache ihres Trockengewichts an Wasser aufnehmen können. Dadurch wirkt eine Torfmoosschicht wie ein Wasserspeicher. Zudem können Torfmoose dem umgebenden Wasser auch noch  Mineralstoffe entziehen, wenn sie in sehr geringer Konzentration vorkommen. Sie tauschen diese gegen Wasserstoffionen aus.

Aus Torfmoosen können sich Moore bilden, denn die Moose können am oberen Ende weiterwachsen, während der untere Teil abstirbt. Moore spielen wegen ihrer Wasserspeicherkapazität im Wasserhaushalt eine wichtige Rolle. Für den Klimaschutz sind sie bedeutsam, denn sie sind Kohlendioxid-Senken.

Bei uns kommen über 30 verschiedene Sphagnum-Arten vor, die schwer voneinander zu unterscheiden sind. Torfmoose sind gesetzlich geschützt.


 



Torfmoos bei einer Quelle im Pfälzerwald. Foto: SG


Lebermoose


Gemeines Beckenlebermoos an einem Quellbach (Foto:SG)


Beckenlebermoos mit Sporophyten (Foto:SG)

Die grünen Lebermoose im Bereich von Quellen bestehen aus kleinen Lappen (Thallus, Plural: Thalli), die oft schichtförmig übereinander liegen.

Das Gemeine Beckenlebermoos (Pellia epiphylla) besteht aus meist dunkelgrünen Lappen, die in Rasen auf nassem, meist saurem Boden oder Felsen wachsen. Die im Frühjahr auf langen Stelen wachsenden Sporophyten, in denen die Sporen reifen, haben im jungen Zustand schwarze runde oder eiförmige Köpfchen. Wenn Sie reifen, platzen Sie auf. Auf dem Foto rechts sind sowohl unreife als auch reife Sporenkapseln zu sehen.


Das echte Lebermoos Conocephalum conicum findet man oft auf Steinfassungen an Brunnen und Bachrändern. Der Name "Lebermoose" stammt von diesem Moos ab, da seine Form der von Leberlappen ähnelt und es aufgrund dieser Analogie im Mittelalter gegen Leberleiden verwendet wurde. Es ist an seinem (unangenehmen) Geruch nach Lösungsmittel ("Terpentin") zu erkennen, wenn man die Oberfläche etwas reibt.


Das Brunnenlebermoos Marchantia polymorpha besteht aus grünen Lappen, die ca. 1mm dick und selten breiter als 2 - 3 cm sind. Sie können an ihrer Spitze weiterwachsen (hier befindet sich eine Scheitelzelle, von der sich zu den Seiten Zellen abspalten) und bis zu 15 cm lang werden.

Das Brunnenlebermoos kommt an Standorten mit höherem Nährstoffgehalt (vor allem Stickstoffgehalt) vor.

Das nebenstehende Foto zeigt ein schwach entwickeltes Moos mit wenigen Lappen.  Die Moose haben häufig schwarze Mittellinien (blauer Pfeil) und entwickeln Brutbecher (weißer Pfeil), in denen sich ein Brutkörper bildet, der der vegetativen Vermehrung dient.



Fotos: SG






Das Projekt "Wasserläufer" wird vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums über das Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert. Denn der Schutz für typische natürliche Gewässerlebensräume in unserer Region ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Biologischen Vielfalt. Informationen über das Bundesprogramm finden sich unter www.biologischevielfalt.de




Mit Unterstützung durch das Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz (MULEWF)



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